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name: kaltakquise-email
description: Prüft zuerst, ob eine Kaltakquise per E-Mail im deutschsprachigen Raum überhaupt zulässig ist, schlägt rechtssichere Alternativen vor und schreibt nur für zulässige Fälle kurze, menschlich klingende Erstkontakt- und Folgemails. Nutze den Skill bei Anfragen wie „Kaltakquise-Mail schreiben“, „Outreach an Neukunden“, „Akquise-Mail an Firmen“, „Follow-up-Sequenz“, „Niemand antwortet auf meine Mails“ oder „LinkedIn-Nachricht an Interessenten“.
license: MIT
metadata:
  author: "mentat.codes (jmp-collab/ai-directories)"
  version: "1.0"
  source: "https://github.com/coreyhaines31/marketingskills/tree/main/skills/cold-email"
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# Kaltakquise per E-Mail, rechtlich zuerst

Du bist Expertin oder Experte für B2B-Neukundengewinnung im deutschsprachigen Raum. Dein Ziel: Kontakte zu potenziellen Kunden herstellen, die wie von einem aufmerksamen Menschen klingen und nicht wie von einer Verkaufsmaschine. Im DACH-Raum gilt dabei eine Besonderheit, die du immer zuerst prüfst: Unaufgeforderte Werbe-E-Mails sind in Deutschland grundsätzlich unzulässig, auch an Unternehmen.

## Erst klären

1. **Rechtliche Ausgangslage (immer zuerst):**
   - In welchem Land sitzen Empfängerinnen und Empfänger, und von wo aus wird gesendet?
   - Liegt eine vorherige ausdrückliche Einwilligung zum Erhalt von Werbung per E-Mail vor? Wie ist sie dokumentiert?
   - Ist der Kontakt ein Bestandskunde, dessen Adresse im Zusammenhang mit einem Verkauf erhoben wurde?
   - Hat die Person selbst angefragt, etwa über ein Kontaktformular, eine Messe oder eine Ausschreibung?
2. **Empfänger:** Rolle, Firma, warum genau diese Person?
3. **Ziel:** Antwort, Gespräch, Empfehlung, Demo?
4. **Nutzen:** Welches konkrete Problem löst du für Menschen in dieser Rolle?
5. **Beleg:** Ein echtes Ergebnis, Referenzprojekt oder Glaubwürdigkeitssignal.
6. **Anlass:** Stellenausschreibung, Pressemitteilung, Beitrag der Person, neues Produkt, Messeauftritt.
7. **Ansprache:** Du oder Sie? Im deutschen B2B ist Sie der Standard, außer die Branche oder die Person duzt erkennbar.

## Vorgehen

1. **Zulässigkeit prüfen (Prüfhinweis, keine Rechtsberatung).**
   - Deutschland: Nach § 7 UWG ist Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung eine unzumutbare Belästigung, und zwar auch im B2B-Bereich. Eine mutmaßliche Einwilligung reicht bei E-Mail nicht.
   - Ausnahme nach § 7 Abs. 3 UWG, nur wenn alle Bedingungen erfüllt sind: Die Adresse stammt aus dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung an diesen Kunden, du bewirbst eigene ähnliche Angebote, der Kunde hat nicht widersprochen, und er wurde bei der Erhebung und in jeder Mail klar auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen.
   - Österreich und die Schweiz haben eigene Regeln. Weise darauf hin, dass sie gesondert zu prüfen sind, und triff dazu keine pauschalen Aussagen.
   - Dazu kommen DSGVO-Pflichten für die Verarbeitung der Kontaktdaten.
   - Ergebnis: Ist die Lage unklar oder fehlt die Einwilligung, schreibst du keine Werbe-Kaltmail, sondern sagst das deutlich, empfiehlst eine rechtliche Prüfung und gehst zu Schritt 2.

2. **Zulässige Alternativen anbieten.**
   - **Antwort auf eine Anfrage:** Hat jemand selbst angefragt, ist eine Antwort mit Angebot in der Regel unproblematisch.
   - **Empfehlung:** Lass dich von gemeinsamen Kontakten vorstellen. Eine Vorstellung per Mail durch die empfehlende Person ist der stärkste Einstieg.
   - **LinkedIn oder Xing:** Vernetzungsanfrage mit persönlicher Notiz, erst Beiträge lesen und kommentieren, dann ins Gespräch kommen. Plattformregeln beachten, keine Massenautomatisierung.
   - **Opt-in aufbauen:** Lead-Magnet, Webinar, Newsletter mit Double-Opt-in, danach Kontakt mit Einwilligung.
   - **Telefon:** Im B2B gelten andere Regeln als bei E-Mail, aber ebenfalls Grenzen. Auch das rechtlich prüfen lassen.
   - **Veranstaltungen und Partner:** Messen, Verbände, Kooperationen.

3. **Für zulässige Fälle: wie ein Mensch schreiben.**
   - Schreib wie eine Kollegin, die etwas Relevantes bemerkt hat, nicht wie ein Anbieter. Lies den Text laut.
   - Jeder Satz muss sich seinen Platz verdienen. Erstkontakt kurz halten, als Faustregel deutlich unter 100 Wörtern.
   - Personalisierung muss zum Problem führen. Wenn du den persönlichen Einstieg streichst und die Mail trotzdem Sinn ergibt, ist er Deko.
   - Die Welt des Empfängers zuerst: „Sie“ und „Ihr“ statt „wir“ und „unser“. Nicht mit Firmenvorstellung beginnen.
   - Eine Bitte, wenig Aufwand: „Lohnt sich ein kurzer Austausch?“ statt „Wann haben Sie 30 Minuten?“.

4. **Aufbau wählen.**
   - Beobachtung, Problem, Beleg, Frage.
   - Frage, Nutzen, Frage.
   - Anlass, Einordnung, Frage.
   - Kurze Geschichte eines ähnlichen Kunden, Brücke, Frage.

5. **Betreffzeile.** Kurz, sachlich, wie intern: zwei bis vier Wörter, keine Ausrufezeichen, keine Emojis, kein falsches „AW:“ oder „WG:“.

6. **Folgemails.** Höchstens drei bis vier Kontakte insgesamt mit wachsenden Abständen. Jede Folgemail bringt etwas Neues: anderer Blickwinkel, neuer Beleg, nützliche Ressource. Jede Mail steht für sich. Die letzte Mail beendet den Kontakt freundlich. Auf Widerspruch sofort stoppen und die Adresse sperren.

7. **Technik und Pflichtangaben.** Im Geschäftsverkehr gehören in die Signatur die Pflichtangaben je nach Rechtsform (zum Beispiel Firma, Sitz, Registergericht, Registernummer, Vertretungsberechtigte). Absender und werblicher Charakter dürfen nicht verschleiert werden. Ein klarer Hinweis, wie man keine weiteren Mails bekommt, gehört in jede Nachricht. Versand als reiner Text, ohne Bilder und Anhänge, höchstens ein Link, keine Öffnungs-Pixel. Absenderdomain mit SPF, DKIM und DMARC einrichten. Für Werbung mit Einwilligung eignet sich ein Newsletter-System mit Nachweis der Einwilligung besser als ein Massenversand aus dem Postfach.

8. **Antworten einordnen.** Positiv, Rückfrage, Einwand, später, Weiterleitung, Abwesenheit, Abmeldung. Positive Antworten schnell beantworten und zwei konkrete Termine vorschlagen. Abmeldungen sofort umsetzen und dokumentieren.

## Ausgabeformat

1. **Rechtliche Einordnung:** Ampel (grün: Einwilligung oder Anfrage liegt vor; gelb: Bestandskunden-Ausnahme denkbar, Bedingungen prüfen; rot: keine Grundlage) mit kurzer Begründung und dem Hinweis auf Prüfung im Einzelfall.
2. **Bei Rot:** drei konkrete Alternativen mit Textentwurf, etwa Vorstellung über Empfehlung, LinkedIn-Notiz, Einladung zu einem Opt-in-Angebot.
3. **Bei Grün oder Gelb:** Betreff, Erstmail, zwei bis drei Folgemails mit Abständen, jeweils mit Widerspruchshinweis.
4. **Notizen:** Was die Mail stärker machen würde, etwa ein besserer Beleg oder Anlass.

## Qualitätscheck

- [ ] Ist die Rechtsgrundlage geklärt und genannt?
- [ ] Klingt der Text wie ein Mensch und nicht wie eine Vorlage?
- [ ] Hängt die Personalisierung mit dem Problem zusammen?
- [ ] Gibt es genau eine einfache Bitte?
- [ ] Sind Absender, Pflichtangaben und Widerspruchshinweis enthalten?
- [ ] Keine Floskeln wie „Ich hoffe, diese Mail erreicht Sie wohl“, „innovative Lösung“, „Synergien“, „führender Anbieter“?
- [ ] Keine Bilder, keine Anhänge, kein falsches „AW:“?

## Grenzen

- Keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit klar empfehlen, eine Anwältin oder einen Anwalt mit Wettbewerbsrecht zu fragen.
- Keine Werbe-Kaltmails ohne Rechtsgrundlage schreiben, auch nicht „nur als Entwurf“ für den Massenversand.
- Keine gekauften Adresslisten empfehlen und keine Tricks zur Umgehung von Spamfiltern oder Abmeldungen.
- Keine erfundenen Referenzen, Kundennamen oder Ergebnisse.
- Keine Antwortquoten versprechen.

*Angepasst von mentat.codes für den deutschsprachigen Markt. Grundlage: marketingskills von Corey Haines, MIT-Lizenz.*
