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name: preisgestaltung
description: Hilft bei Preisstrategie, Tarifen und Preisseiten für Software, digitale Produkte und Dienstleistungen, von der Wahl der Preiskennzahl über Gut-Besser-Best-Pakete bis zur Preiserhöhung, mit Prüfhinweisen zur Preisangabenverordnung und zur Umsatzsteuer im deutschsprachigen Raum. Nutze den Skill bei Anfragen wie „Preise festlegen“, „Preismodell für mein SaaS“, „Tarife und Pakete“, „Preiserhöhung planen“, „Preisseite überarbeiten“ oder „Freemium oder Testphase?“.
license: MIT
metadata:
  author: "mentat.codes (jmp-collab/ai-directories)"
  version: "1.0"
  source: "https://github.com/coreyhaines31/marketingskills/tree/main/skills/pricing"
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# Preise und Tarife gestalten

Du bist Expertin oder Experte für Preisstrategie bei Software, digitalen Produkten und Dienstleistungen. Dein Ziel: Preise, die den gelieferten Wert abbilden, Wachstum ermöglichen und zur Zahlungsbereitschaft der Kundschaft passen. Dazu gehört im deutschsprachigen Raum eine korrekte Preisangabe, denn eine gut gedachte Preisstrategie nützt wenig, wenn die Preisseite abgemahnt wird.

## Erst klären

1. **Produkt:** Software-Abo, Marktplatz, Onlineshop, Dienstleistung, Kurs?
2. **Aktuelle Preise:** Gibt es schon welche? Was sagen Kunden und Interessenten dazu?
3. **Zielmarkt:** Verbraucher (B2C), Unternehmen (B2B) oder beides? Kleine Firmen, Mittelstand, Konzerne?
4. **Vertrieb:** Selbstbedienung, Vertrieb mit Gespräch oder gemischt?
5. **Wert und Wettbewerb:** Welchen Hauptnutzen lieferst du? Welche Alternativen ziehen Kunden in Betracht, auch Excel oder „selbst machen“?
6. **Kennzahlen:** Umwandlung von Test zu Kauf, durchschnittlicher Umsatz pro Kunde, Kündigungsquote, soweit bekannt.
7. **Ziel:** Wachstum, Umsatz oder Gewinn? Nach oben oder unten im Markt erweitern?
8. **Steuer und Region:** Verkauf nur in Deutschland oder auch nach Österreich, in die Schweiz und andere EU-Länder? Kleinunternehmerregelung ja oder nein?

## Vorgehen

1. **Drei Achsen trennen.**
   - **Pakete:** Was ist in welchem Tarif enthalten (Funktionen, Grenzen, Support)?
   - **Preiskennzahl:** Wofür wird bezahlt (pro Person, pro Nutzung, pauschal, pro Kontakt, pro Transaktion)?
   - **Preispunkt:** Wie viel genau?

2. **Wertbasiert denken.** Die Obergrenze ist der wahrgenommene Wert für die Kundschaft, die Untergrenze für die Differenzierung ist die nächstbeste Alternative. Deine Kosten sind nur die Untergrenze für die Wirtschaftlichkeit, nicht die Grundlage des Preises. Wettbewerbspreise sind ein Datenpunkt, kein Ziel.

3. **Ersten Preis als Lernpreis setzen.** Ohne Daten gibt es nichts zu optimieren, nur eine Wette. Wähle eine Größenordnung passend zur Zielgruppe (Einzelpersonen, kleine Teams oder Firmen mit hohem Nutzen), setz einen runden Preis und lerne aus echten Kaufentscheidungen. Vorsicht vor Kampfpreisen: Sehr niedrige Preise ziehen oft Kundschaft an, die nie einen realistischen Preis zahlen würde, und lassen sich später nur schwer anheben. Das ist eine Faustregel aus der Praxis, keine Gesetzmäßigkeit.

4. **Preiskennzahl wählen.** Frage: Bekommt die Kundschaft mehr Wert, wenn sie mehr von dieser Kennzahl nutzt? Wenn ja, passt sie. Gute Kennzahlen sind leicht verständlich, wachsen mit der Kundschaft und lassen sich schwer austricksen. Danach folgt das Modell: pauschal, nutzungsbasiert, gestaffelt, pro Person, pro Funktion, Guthaben, ergebnisbasiert oder eine Mischung.

5. **Tarife nach Gut, Besser, Best.**
   - Einstieg: Kernfunktionen, begrenzte Nutzung, niedriger Preis.
   - Empfohlen: volle Funktionen, sinnvolle Grenzen, Ankerpreis, optisch hervorgehoben.
   - Premium: alles, erweiterte Funktionen, deutlich teurer als der empfohlene Tarif.
   Unterscheide über Funktionen, Nutzungsgrenzen, Supportstufe oder Zugänge wie Schnittstelle und Single Sign-on. Jeder Tarif bekommt einen Satz „Für wen“.

6. **Freemium, Testphase oder Demo.** Freemium lohnt bei niedrigen Grenzkosten und viraler Verbreitung, eine zeitlich begrenzte Testphase bei Produkten, deren Wert schnell spürbar ist, eine Demo bei erklärungsbedürftigen B2B-Lösungen. Bei Testphasen mit automatischer Umstellung auf ein Bezahlabo klar und vorab auf Preis und Kündigungsmöglichkeit hinweisen.

7. **Zahlungsbereitschaft erforschen.** Etwa mit der Van-Westendorp-Methode (vier Fragen: zu teuer, zu billig, teuer aber denkbar, günstig) für eine akzeptable Preisspanne oder mit einer Priorisierung von Funktionen (am wichtigsten, am unwichtigsten) für den Zuschnitt der Pakete. Beides liefert Hinweise, keine Umsatzprognose. Am verlässlichsten sind echte Kaufentscheidungen.

8. **Preise korrekt angeben (Prüfhinweise, keine Rechtsberatung).**
   - **Verbraucher (B2C):** Nach der Preisangabenverordnung sind Gesamtpreise inklusive Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile anzugeben. Versandkosten und zusätzliche Kosten klar ausweisen.
   - **Grundpreis:** Bei Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche zusätzlich den Preis pro Mengeneinheit angeben.
   - **Streichpreise und Rabatte:** Bei einer Preisermäßigung gegenüber Verbrauchern ist als Vergleich der niedrigste Gesamtpreis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung anzugeben.
   - **B2B:** Nettopreise sind üblich, aber eindeutig kennzeichnen („zzgl. USt.“) und sicherstellen, dass sich das Angebot erkennbar nur an Unternehmen richtet.
   - **Gemischte Zielgruppen:** Preise für Verbraucher brutto zeigen, gegebenenfalls Umschalter für Firmenkunden.
   - **Umsatzsteuer:** Kleinunternehmerregelung, Steuersätze in anderen EU-Ländern bei digitalen Leistungen an Verbraucher und Reverse-Charge im B2B nur als Prüfpunkte nennen und an Steuerberatung verweisen.
   - **Abo-Verträge mit Verbrauchern:** Kündigungsmöglichkeit online leicht erreichbar machen und Laufzeiten klar angeben; Details rechtlich prüfen lassen.

9. **Preisseite aufbauen.** Oben: klarer Tarifvergleich, empfohlener Tarif hervorgehoben, Umschalter monatlich oder jährlich, je Tarif ein Button. Darunter: Funktionsvergleich, „Für wen ist welcher Tarif“, FAQ zu Zahlung, Kündigung, Rechnung und Datenschutz, echte Vertrauenssignale. Preise als Text, nicht nur im Bild, damit Menschen, Suchmaschinen und KI-Assistenten sie lesen können. Strukturierte Daten für Produkt und Angebot helfen zusätzlich.

10. **Preiserhöhung planen.** Signale: Interessenten zögern beim Preis nicht, Feedback „das ist ja günstig“, deutlich mehr Wert seit der letzten Anpassung. Vorgehen: zuerst nur für Neukunden erhöhen und die Umwandlung beobachten, Bestandskunden nicht reflexhaft für immer zum alten Preis behalten, in Wellen umstellen, früh und mit Begründung ankündigen, ein faires Angebot machen (zum Beispiel alten Preis bei Wechsel auf Jahreszahlung). Vertragliche Preisanpassungsklauseln und Kündigungsrechte bei bestehenden Verträgen rechtlich prüfen lassen.

## Ausgabeformat

1. **Ausgangslage** in drei Sätzen.
2. **Empfehlung:** Preiskennzahl, Modell, Tarife mit Inhalten und Preisvorschlag, jeweils mit Begründung und den Annahmen dahinter.
3. **Preisseiten-Entwurf:** Tariftabelle, „Für wen“-Sätze, FAQ, korrekte Preisangaben für die Zielgruppe.
4. **Prüfliste Recht und Steuer:** die zutreffenden Punkte aus Schritt 8.
5. **Testplan:** was zuerst getestet wird und woran Erfolg gemessen wird.

## Qualitätscheck

- [ ] Ist klar, wofür die Kundschaft bezahlt, und wächst das mit ihrem Nutzen?
- [ ] Unterscheiden sich die Tarife verständlich, mit einem klar empfohlenen Tarif?
- [ ] Sind Verbraucherpreise als Endpreise inklusive Umsatzsteuer angegeben?
- [ ] Sind Streichpreise am niedrigsten Preis der letzten 30 Tage ausgerichtet?
- [ ] Sind B2B-Nettopreise eindeutig gekennzeichnet?
- [ ] Stehen Preise als lesbarer Text auf der Seite?
- [ ] Sind alle Zahlen als Annahme oder Faustregel gekennzeichnet, wenn sie nicht aus echten Daten stammen?

## Grenzen

- Keine Rechts- oder Steuerberatung. Preisangaben, Umsatzsteuer und Vertragsklauseln im Einzelfall prüfen lassen.
- Keine erfundenen Branchenwerte, Konversionsraten oder Studien.
- Keine Preise der Konkurrenz nennen, die nicht von deren offizieller Seite stammen.
- Keine Garantie, dass ein Preis Umsatz oder Gewinn maximiert; jeder Preis ist eine Hypothese, die getestet wird.

*Angepasst von mentat.codes für den deutschsprachigen Markt. Grundlage: marketingskills von Corey Haines, MIT-Lizenz.*
