7 Minuten Lesezeit · geprüft am 25.10.2026
Welcher Newsletter-Anbieter für Gründer? beehiiv, Kit, Brevo und GetResponse im Vergleich
Newsletter-Anbieter für Gründer im Vergleich: Einstiegspreise laut Anbieter, Stärken, Datenschutz-Fragen und welcher Anbieter zu welchem Geschäftsmodell passt.
Warum Gründer einen Newsletter brauchen
Follower auf Social Media gehören der Plattform. Eine E-Mail-Liste gehört dir: Du erreichst deine Leute direkt, ohne Algorithmus und ohne Werbebudget. Für einen Launch ist sie das wichtigste Werkzeug im Kasten, weil du am Launch-Tag genau die Menschen aktivierst, die sich schon für dich interessieren.
Die gute Nachricht: Alle vier Anbieter in diesem Vergleich haben einen kostenlosen Einstieg. Du musst also nicht am ersten Tag die Geldbörse zücken.
Die vier Kandidaten auf einen Blick
beehiiv: Newsletter-Plattform mit eigener Website, Podcast, Wachstumsfunktionen, bezahlten Abos und Werbenetzwerk. Bezahlte Tarife laut Anbieter ab 49 US-Dollar im Monat (Lite, jährlich). Spielt seine Stärke aus, wenn der Newsletter selbst das Produkt ist.
Kit (früher ConvertKit): E-Mail-Marketing für Creator mit Landingpages, Formularen, visuellen Automatisierungen und Verkauf digitaler Produkte. Laut Anbieter ab 33 US-Dollar im Monat (Creator, jährlich, 1.000 Abonnenten). Stark für Creator, die Kurse oder Downloads verkaufen.
Brevo: Plattform für E-Mail, SMS und Multichannel-Marketing mit Automatisierung, Transaktionsmails und CRM-Funktionen. Laut Anbieter ab 9 US-Dollar bzw. 7 Euro im Monat (Starter). Stark, wenn Newsletter und Produkt-Mails aus einer Küche kommen sollen.
GetResponse: E-Mail-Marketing mit KI-Tools, Automatisierung, Landingpages, Webinaren und Onlinekursen. Laut Anbieter ab 13,12 Euro netto im Monat (Starter, jährlich, 1.000 Kontakte; monatlich 16 Euro, Stand Oktober 2026). Stark, wenn Webinare Teil deines Vertriebs sind.
Die Gratis-Tarife im Detail
beehiiv Free erlaubt laut Anbieter bis zu 2.500 Abonnenten, unbegrenzt viele Versände, Landingpages und ein Teammitglied. Bezahlte Abos, Automatisierungen und A/B-Tests gibt es erst ab Lite. Das beehiiv-Branding wirst du erst im Pro-Tarif los, ab 95 US-Dollar im Monat (jährlich, Stand Oktober 2026).
Kit ist beim Gratis-Tarif am großzügigsten: Der Free-Tarif (auf der Preisseite „Newsletter“) reicht laut Anbieter für bis zu 10.000 Abonnenten, mit unbegrenzten Broadcasts, Formularen, Landingpages und dem Verkauf digitaler Produkte. Automatisierungen sind dort nur eingeschränkt nutzbar, E-Mail-Sequenzen und volle Visual Automations gibt es erst ab Creator. Ab 10.000 Abonnenten musst du upgraden, um weiter zu versenden.
Brevo dreht an einer anderen Schraube: Im Gratis-Tarif sind nicht die Kontakte begrenzt, sondern die Versände, laut Anbieter 300 E-Mails pro Tag bei bis zu 100.000 gespeicherten Kontakten. Schickst du eine Kampagne an mehr als 300 Empfänger, bekommen am geplanten Tag nur 300 sie, den Rest musst du an den Folgetagen nachsenden. Der Starter-Tarif hebt das Tageslimit auf, die erste Stufe umfasst laut Hilfe-Center 5.000 E-Mails im Monat für bis zu 500 Kontakte.
GetResponse Free bietet laut Anbieter Platz für 500 Kontakte, 2.500 Newsletter im Monat und eine Landingpage. Premium-Funktionen wie Autoresponder und Automatisierungen darfst du nur in den ersten 14 Tagen probefahren, danach sind sie bis zum Upgrade gesperrt. systeme.io erlaubt im Gratis-Tarif laut Anbieter 2.000 Kontakte bei unbegrenzten E-Mails.
Welcher Anbieter passt zu deinem Modell?
Du willst mit dem Newsletter selbst Geld verdienen, über bezahlte Abos oder Werbung? Dann beehiiv. Du verkaufst digitale Produkte und brauchst Automatisierungen nach Tags? Kit. Du betreibst ein SaaS oder einen Shop und brauchst auch Transaktionsmails? Brevo. Du verkaufst erklärungsbedürftige Produkte über Webinare? GetResponse.
Wer alles unter einem Dach will, also Funnel, Kurs und E-Mail, schaut sich zusätzlich systeme.io an. Laut Anbieter gibt es dort ebenfalls einen kostenlosen Tarif.
Datenschutz: worauf deutsche Gründer achten müssen
Für E-Mail-Marketing in Deutschland brauchst du ein Double-Opt-in, eine Datenschutzerklärung, die den Anbieter nennt, und einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Anbieter. Klingt nach Amtsstube, aber den AVV musst du nicht selbst schreiben: Alle vier Anbieter stellen laut Anbieter einen bereit, meist als Teil der Nutzungsbedingungen auf ihrer Website. Brevo im Anhang der AGB, Kit unter kit.com/dpa, beehiiv unter beehiiv.com/dpa.
Prüf außerdem, wo die Daten verarbeitet werden. Anbieter mit Sitz außerhalb der EU arbeiten in der Regel mit Standardvertragsklauseln oder einer Zertifizierung. Im Zweifel klärst du das mit deiner Datenschutzberatung, bevor du die ersten Adressen einsammelst, nicht danach.
Einwilligung, Double-Opt-in und Pflichtangaben
Werbung per E-Mail ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung zulässig. Eine Ausnahme gilt nach § 7 Abs. 3 UWG für Bestandskunden: Du hast die Adresse beim Verkauf erhalten, bewirbst eigene ähnliche Produkte, der Kunde hat nicht widersprochen, und du weist ihn bei der Erhebung und in jeder Mail auf sein Widerspruchsrecht hin. Fehlt einer dieser Haken, ist die Ausnahme weg.
Die Datenschutzaufsichtsbehörden halten für elektronische Einwilligungen das Double-Opt-in für geboten. Eine gespeicherte IP-Adresse allein reicht als Nachweis nicht, du solltest das gesamte Opt-in-Verfahren und den Wortlaut der Einwilligung protokollieren. Die Newsletter-Tools speichern diese Daten in der Regel automatisch, prüf aber, ob du sie bei Bedarf exportieren kannst. Ein Beleg, den du nicht aus der Schublade bekommst, hilft dir im Ernstfall wenig.
Jede Ausgabe braucht einen erkennbaren Absender und eine gültige Adresse, über die sich Empfänger kostenlos abmelden können (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG). § 5 DDG verlangt für geschäftsmäßige digitale Dienste leicht erkennbare Anbieterangaben wie Name, Anschrift und E-Mail-Adresse. Am einfachsten packst du diese Angaben oder einen direkten Link zum Impressum in den Footer jeder Ausgabe: einmal eingerichtet, immer dabei.
Öffnungs- und Klickraten misst dein Tool meist über Tracking-Pixel. Laut BfDI deckt die Einwilligung in den Newsletter dieses Tracking nicht ab, es ist nach § 25 TDDDG regelmäßig gesondert einwilligungsbedürftig. Kläre deshalb, ob du das Tracking im Formular separat abfragst oder im Tool abschaltest. Neugier auf Zahlen ist gut, aber bitte mit Erlaubnis.
Wo die Daten liegen: die Anbieter im Check
Brevo verarbeitet und speichert Daten laut Anbieter ausschließlich auf Servern in der EU, bei OVH in Frankreich und Deutschland sowie bei Google Cloud in Belgien. Für Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist laut AGB die Brevo GmbH in Berlin Vertragspartner, für diese Zusatzbedingungen gilt deutsches Recht. Kurze Wege, sozusagen.
Kit überträgt Daten laut Anbieter auf Grundlage des EU-US Data Privacy Framework oder der Standardvertragsklauseln, die beide im DPA verankert sind. Kit ist nach eigenen Angaben unter dem Data Privacy Framework zertifiziert.
beehiiv stellt einen eigenen Data Protection Addendum bereit, zuletzt geändert im Juli 2026. Darin beschreibt beehiiv auch eine erweiterte Verarbeitung von Abonnenten-Profildaten für sein Werbenetzwerk, die es auf berechtigtes Interesse stützt. Diesen Teil liest du vor dem Start so gründlich wie einen Beipackzettel und lässt ihn im Zweifel von deiner Datenschutzberatung bewerten.
Kosten realistisch rechnen
Die Preise steigen bei allen Anbietern mit der Zahl der Kontakte. Entscheidend ist deshalb nicht der Einstiegspreis, sondern was du bei 1.000, 5.000 und 10.000 Abonnenten zahlst. Wie beim Handyvertrag: Der Lockpreis ist selten das, was am Ende auf der Rechnung steht. Der Newsletter-Kostenrechner auf mentat.codes zeigt das für beehiiv, Kit, Brevo und GetResponse mit den Preisen laut Anbieter.
Ein Tipp aus der Praxis: Starte im Gratis-Tarif, sammle die ersten Hundert Adressen und wechsle erst, wenn eine bezahlte Funktion dir nachweislich Zeit oder Umsatz bringt. Erst fahren lernen, dann den Sportauspuff kaufen.
Zustellbarkeit: was Gmail von Absendern verlangt
Seit dem 1. Februar 2024 müssen alle Absender, die an private Gmail-Konten senden, laut Google mindestens SPF oder DKIM einrichten und die gemeldete Spamrate unter 0,3 Prozent halten. Wer mehr als 5.000 Nachrichten pro Tag an Gmail-Adressen schickt, braucht zusätzlich SPF, DKIM und DMARC sowie eine Abmeldung mit einem Klick und einen gut sichtbaren Abmeldelink in der Mail.
Praktisch heißt das: Verbinde in deinem Newsletter-Tool von Anfang an deine eigene Absender-Domain und hinterlege die DNS-Einträge, die das Tool vorgibt. Das ist wie ein ordentliches Klingelschild an der Haustür: Deine Ausgaben landen seltener im Spam, auch wenn du die 5.000er-Grenze noch lange nicht erreichst.
Mit KI schneller zur ersten Ausgabe
Themenideen, Betreffzeilen, Gliederung und Kurzfassungen kann KI gut vorbereiten, quasi das Gemüseschnippeln. Das Tutorial „Newsletter mit KI in einer Stunde“ führt Schritt für Schritt durch eine komplette Ausgabe, und der Prompt für Newsletter-Ausgaben lässt sich mit einem Klick an ChatGPT oder Claude senden.
Deine Meinung, deine Beispiele und deine Erfahrungen schreibst du aber selbst, das Würzen bleibt Chefsache. Genau dafür abonnieren Menschen einen Newsletter.
Quellen und Stand 🔎
Alle Angaben zu Regeln, Preisen und Funktionen wurden am 25. Oktober 2026 mit diesen Quellen abgeglichen. Zahlen zur Verzeichnisliste stammen aus der eigenen mentat.codes-Datenbank.
- § 7 UWG (gesetze-im-internet.de)
- § 5 DDG Allgemeine Informationspflichten
- DSK Orientierungshilfe Direktwerbung (2022)
- BfDI: Newsletter-Bestellung auf Webseiten
- beehiiv Preise
- Kit Hilfe-Center: Free-Tarif
- Brevo Hilfe-Center: Preispakete
- GetResponse Preise
- Brevo: Speicherort der Daten
- Google: Richtlinien für E-Mail-Absender
Häufige Fragen 🙋
Welcher Newsletter-Anbieter ist kostenlos?
beehiiv, Kit, Brevo und GetResponse haben laut Anbieter alle einen kostenlosen Einstieg. Du kannst also erst mal ohne Rechnung loslegen.
Welcher Anbieter passt zu welchem Geschäftsmodell?
Geld mit dem Newsletter selbst: beehiiv. Digitale Produkte und Automatisierungen: Kit. SaaS oder Shop mit Transaktionsmails: Brevo. Vertrieb über Webinare: GetResponse.
Was brauche ich für E-Mail-Marketing in Deutschland?
Double-Opt-in, eine Datenschutzerklärung, die den Anbieter nennt, und einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter. Das ist dein Pflichtpaket.
Worauf achte ich beim Preis?
Nicht auf den Einstiegspreis, sondern auf die Kosten bei 1.000, 5.000 und 10.000 Abonnenten. Der Newsletter-Kostenrechner rechnet dir das vor.
Wie viele Abonnenten sind im Gratis-Tarif möglich?
Laut Anbieter, Stand Oktober 2026: beehiiv bis 2.500, Kit bis 10.000, GetResponse 500 Kontakte, systeme.io 2.000 Kontakte. Brevo erlaubt bis zu 100.000 Kontakte, aber nur 300 E-Mails pro Tag.
Darf ich Bestandskunden ohne Einwilligung einen Newsletter schicken?
Nur unter den Bedingungen von § 7 Abs. 3 UWG: Adresse aus einem Verkauf, Werbung für eigene ähnliche Produkte, kein Widerspruch und ein Hinweis auf das Widerspruchsrecht bei der Erhebung und in jeder Mail. Sonst brauchst du eine ausdrückliche Einwilligung.
Brauche ich eine Einwilligung für das Messen von Öffnungsraten?
Laut BfDI ist der Einsatz von Tracking-Pixeln nach § 25 TDDDG regelmäßig gesondert einwilligungsbedürftig. Die Einwilligung in den Newsletter allein deckt das nicht ab.
Muss ein Impressum in den Newsletter?
§ 5 DDG verlangt leicht erkennbare Anbieterangaben für geschäftsmäßige digitale Dienste. Am einfachsten setzt du die Angaben oder einen direkten Link zum Impressum in den Footer jeder Ausgabe, zusammen mit dem Abmeldelink.
Brauche ich SPF, DKIM und DMARC?
Laut Google brauchen alle Absender an Gmail mindestens SPF oder DKIM. Ab mehr als 5.000 Mails pro Tag an Gmail-Adressen sind SPF, DKIM, DMARC und eine Abmeldung mit einem Klick Pflicht.
Weiterlesen und loslegen
- Newsletter-Rechner →
- Tutorial: Newsletter mit KI in einer Stunde →
- Prompt: Newsletter-Ausgabe →
- Steckbrief beehiiv →
- Steckbrief Kit →
- Steckbrief Brevo →
- Steckbrief GetResponse →
- KI-Tool in Verzeichnisse eintragen: die komplette Anleitung →
- Bringen KI-Verzeichnisse etwas für SEO? Eine ehrliche Einordnung →
- Product Hunt Launch auf Deutsch: Vorbereitung, Ablauf, Fallstricke →
- Product-Hunt-Alternativen: 12 Launch-Plattformen für Gründer →
- KI-Tools und Datenschutz: die DSGVO-Checkliste für den Einsatz im Unternehmen →
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