8 Minuten Lesezeit · geprüft am 2.11.2026
ChatGPT Agent erklärt: vom Agentenmodus zu ChatGPT Work
Den ChatGPT-Agenten gibt es laut OpenAI nicht mehr, seine Aufgaben übernimmt ChatGPT Work mit Cloud-Browser. Was Work kann, in welchen Tarifen es läuft, wie du ihm gute Aufträge gibst und wo die Risiken liegen.
Was war der ChatGPT-Agent?
Der ChatGPT-Agent war ein Modus, in dem ChatGPT nicht nur antwortete, sondern in einem eigenen virtuellen Browser Webseiten öffnete, klickte, Formulare ausfüllte und Aufgaben über mehrere Schritte abarbeitete. Gestartet wurde er über das Werkzeug-Menü oder mit /agent im Eingabefeld.
Wer jetzt danach sucht, findet im OpenAI-Hilfe-Center einen klaren Satz: Der ChatGPT-Agent ist nicht mehr verfügbar. Für längere Aufgaben über mehrere Schritte und fertige Ergebnisse verweist OpenAI auf ChatGPT Work, für Arbeit im Browser auf den Cloud-Browser.
Der Nachfolger: ChatGPT Work
ChatGPT ist laut OpenAI jetzt in zwei Bereiche geteilt: Chat für schnelle Fragen und Work, einen Agenten für längere Aufgaben mit fertigem Ergebnis. Work recherchiert, analysiert und erstellt Dokumente, Tabellen, Präsentationen, Berichte oder Websites. Es kann verbundene Apps und Plugins nutzen und im Desktop-Programm auch lokale Dateien.
Laut OpenAI-Produktseite steht Work in der Desktop-App allen Tarifen offen, im Web und auf dem Handy den Tarifen Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu. In einem Plan-Modus sammelt Work erst Kontext, stellt Rückfragen und legt dir einen Schritt-für-Schritt-Plan zur Freigabe vor.
Der Cloud-Browser: der Teil, der früher Agent hieß
Für Webseiten nutzt Work einen eigenen Browser auf einem Rechner in der Cloud. Laut OpenAI kann er Seiten lesen, Knöpfe drücken, Formulare ausfüllen und auch auf Seiten arbeiten, auf denen du angemeldet bist. Verfügbar ist er in Work für bezahlte Tarife in unterstützten Regionen, Free und Go sind ausgenommen.
Den Cloud-Browser wählst du nicht extra aus, ChatGPT entscheidet selbst, wann er nötig ist. Gibt es für die Aufgabe eine verbundene App oder ein Plugin, nutzt ChatGPT laut OpenAI eher das. Die Aufgabe läuft weiter, auch wenn du den Rechner zuklappst, und pausiert, wenn sie eine Anmeldung oder Bestätigung braucht.
So formulierst du einen Auftrag, der funktioniert
OpenAI rät, Work das gewünschte Ergebnis, die Quellen, Grenzen, Qualitätsmaßstäbe und den Punkt zu nennen, an dem es für eine Freigabe anhalten soll. Genau so sind die beiden Vorlagen aufgebaut: „Klarer Auftrag für einen KI-Agenten“ für jeden Agenten und „Auftrag für den ChatGPT-Agenten formulieren“ mit Aufgabe, Verboten und Ergebnisform.
Die zweite Vorlage stammt noch aus der Zeit des Agentenmodus. Den Text kannst du unverändert in Work einfügen, denn Ziel, Grenzen und Ergebnisformat braucht Work genauso. Das Tutorial „KI-Agenten verstehen“ erklärt die Grundlagen dahinter in sieben Schritten.
Geplante und ausgelöste Aufgaben
Aufgaben lassen sich einmalig, regelmäßig oder als Überwachung einrichten, die sich nur bei Änderungen meldet. Alles landet laut OpenAI auf der Seite „Scheduled“, wo du Aufgaben prüfst, pausierst oder löschst. Free-Nutzer können eine Aufgabe höchstens einmal täglich wiederholen lassen.
Neu sind Aufgaben, die auf Ereignisse reagieren, etwa eine neue Mail in Gmail, eine Nachricht in Slack oder eine Aktivität auf GitHub. Die gibt es laut OpenAI für berechtigte Nutzer in Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu, nicht in Free und Go.
Sicherheit: Anmeldungen, Freigaben, Prompt-Injection
Muss sich der Cloud-Browser irgendwo anmelden, nutzt du laut OpenAI ein gesichertes Anmeldeformular. Benutzername und Passwort gehen direkt an den entfernten Browser, das Modell sieht sie nicht und ChatGPT speichert sie nicht. Passwörter oder Zahlungsdaten tippst du nie in den Chat.
Unter Einstellungen, Cloud browser legst du fest, ob ChatGPT vor jeder neuen Website fragt, selbst prüft oder alles darf. „Always allow“ empfiehlt OpenAI ausdrücklich nicht. Bleib bei „Always ask“, bis du Work kennst. OpenAI testet gegen Prompt-Injection und Phishing, schreibt aber selbst, dass diese Schutzmaßnahmen nicht jedes Risiko ausschließen.
Wofür sich ChatGPT Work lohnt und wofür nicht
Lohnt sich: Recherchen mit Vergleichstabelle, Berichte aus mehreren Dateien, wiederkehrende Wochenübersichten, Formulararbeit, bei der du am Ende selbst auf Absenden drückst. Laut OpenAI ist Work für umfangreiche Aufgaben gedacht, für schnelle Fragen und kurze Umformulierungen bleibst du besser im Chat.
Lohnt sich nicht: alles, was ohne deine Kontrolle Geld ausgibt, Verträge abschließt oder Nachrichten in deinem Namen verschickt. Welche Agenten es in Deutschland sonst noch gibt und was sie kosten, steht im Ratgeber zu KI-Agenten für Selbstständige.
Quellen und Stand 🔎
Alle Angaben zu Regeln, Preisen und Funktionen wurden am 2. November 2026 mit diesen Quellen abgeglichen. Zahlen zur Verzeichnisliste stammen aus der eigenen mentat.codes-Datenbank.
Häufige Fragen 🙋
Gibt es den ChatGPT-Agenten noch?
Nein. Laut OpenAI-Hilfe-Center ist der ChatGPT-Agent nicht mehr verfügbar. Längere Aufgaben übernimmt ChatGPT Work, Arbeit auf Webseiten der Cloud-Browser in Work.
Welche Tarife können ChatGPT Work nutzen?
Laut OpenAI-Produktseite alle Tarife in der Desktop-App, im Web und mobil Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu. Den Cloud-Browser gibt es nur in bezahlten Tarifen ohne Free und Go.
Sieht ChatGPT meine Passwörter, wenn der Cloud-Browser sich anmeldet?
Laut OpenAI nicht. Zugangsdaten gibst du in ein gesichertes Formular ein, sie gehen direkt an den entfernten Browser, sind für das Modell nicht sichtbar und werden nicht gespeichert.
Funktionieren meine alten Agenten-Prompts noch?
Ja, sinngemäß. Ein guter Auftrag mit Ziel, Grenzen und Ergebnisformat funktioniert in Work genauso. Ersetz nur Hinweise auf den Agentenmodus oder /agent.
Weiterlesen und loslegen
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