7 Minuten Lesezeit · geprüft am 1.11.2026
ChatGPT, Claude oder Gemini: welcher Chatbot passt zu welcher Aufgabe?
Statt „der beste Chatbot“: so findest du heraus, welche KI für deine Aufgaben am besten passt. Mit Testmethode, Datenschutz-Fragen und Preisen nur dort, wo der Anbieter sie prüfbar nennt.
Warum es „den besten“ Chatbot nicht gibt (und das okay ist)
ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic und Gemini von Google werden ständig aktualisiert. Ein Vergleich von letztem Monat kann heute schon so alt aussehen wie die Bundesligatabelle vom vorletzten Spieltag. Dazu kommt: Jede Aufgabe ist anders. Ein Modell, das brillant programmiert, kann bei deutschen Werbetexten mittelmäßig sein.
Deshalb hilft dir keine Rangliste aus dem Internet, sondern ein kleiner Test mit deinen eigenen Aufgaben.
Welcher Motor in welchem Tarif steckt
Seit dem 7. Oktober 2026 ist GPT-6 mit Intelligent UI der Standard im Chat von ChatGPT: Antworten können Text, Grafiken und interaktive Elemente wie Rechner kombinieren. Plus, Pro, Business und Enterprise fahren laut OpenAI mit GPT-6 Sol, Free und Go mit GPT-6 Luna. Die Pro-Denkstufe läuft über GPT-6 Astra, das laut Hilfe-Center in den Pro-Tarifen, Business und Enterprise verfügbar ist. Sonne, Mond und Sterne: Bei den Namen hatte jemand bei OpenAI offenbar Spaß.
Bei Claude bekommen Free-Nutzer laut Preisseite Sonnet und Haiku, Opus gibt es ab Pro. Aktuell sind das Opus 5.5, Sonnet 5.5 und Haiku 5.5. Das Spitzenmodell Fable 5.1 ist das Sahnehäubchen: In Pro nutzt du es nur über zusätzliche Nutzungsguthaben, in Max mit bis zur Hälfte der wöchentlichen Limits.
Gemini 4 Argon ist seit dem 13. Oktober 2026 in der Gemini-App für Google AI Pro und Ultra verfügbar. Laut Google nutzt der Gratis-Tarif das Flash-Lite-Modell, AI Plus das Flash-Modell, Pro und Ultra zusätzlich das Pro-Modell und Argon. Ultra hat laut Anbieter bis zu 20-mal höhere Nutzungslimits als Pro, das ist dann eher Lkw als Lieferwagen.
So machst du in 20 Minuten deinen eigenen Test
Nimm drei bis fünf echte Aufgaben aus deinem Alltag, zum Beispiel eine E-Mail, eine Zusammenfassung und eine Rechenaufgabe. Schick dieselben Aufgaben an jeden Kandidaten, ohne die Formulierung zu ändern, und bewerte die Antworten nach vorher festgelegten Kriterien. Wie beim Probekochen: gleiches Rezept, gleiche Zutaten, dann schmeckst du den Unterschied.
Der KI-Test auf mentat.codes nimmt dir genau diese Arbeit ab, mit 50 vorbereiteten Aufgaben aus Logik, Fakten, Ehrlichkeit, Deutsch, Kreativität und Code. Du schickst die Aufgaben mit einem Klick an die KIs, bewertest selbst und bekommst eine Rangliste.
Worauf du beim Vergleich schauen solltest
Ehrlichkeit: Gibt die KI zu, wenn sie etwas nicht weiß, oder erfindet sie munter Quellen? Die Aufgaben zu Halluzinationen im KI-Test entlarven das schnell. Deutsch: Klingt der Text natürlich, stimmen Kommas und Anrede? Kontext: Kann die KI lange Dokumente verarbeiten, die du ihr gibst?
Dazu kommen die praktischen Fragen: Gibt es eine Websuche mit Quellen, kann das Tool Dateien lesen, gibt es eine App für unterwegs, etwa für die Idee an der Bushaltestelle?
Kontextfenster und Funktionen: Wer kann wie viel?
Laut ChatGPT-Preisseite hat das Instant-Modell ein Kontextfenster von 27.000 Tokens in Free, 54.000 in Go und Plus und 128.000 in Pro. Mit den Reasoning-Modellen sind es 256.000 Tokens in Go und Plus und 400.000 in Pro. Der Platz für deine eigene Eingabe ist laut OpenAI kleiner, weil Systemanweisungen, Erinnerungen und das Nachdenken mit im Kofferraum liegen.
Anthropic nennt für alle Claude-Tarife ein Kontextfenster von bis zu 1 Million Tokens, je nach Modell. Google gibt das erweiterte Kontextfenster von 1 Million Tokens ab Google AI Pro an, für Plus nicht. Schiebst du oft lange PDFs oder ganze Codebasen rein, ist das ein wichtiges Kriterium.
Claude kann laut Preisseite schon im Gratis-Tarif im Web suchen, Dateien erstellen, Code ausführen, sich über Chats hinweg erinnern und Apps über Konnektoren anbinden. Pro legt unter anderem Research, unbegrenzte Projekte statt bis zu fünf, Claude Code und Claude in Chrome obendrauf. Max bietet die 5- oder 20-fache Nutzung von Pro.
ChatGPT Free bietet laut Preisseite unbegrenzte Text-Chats im Rahmen der Missbrauchsgrenzen, aber begrenzte Uploads, Bilder, Deep Research und Erinnerung. Plus packt Projekte, geplante Aufgaben, eigene GPTs sowie mehr Zugang zu ChatGPT Work und Codex dazu. Pro bietet laut Anbieter drei Nutzungsstufen und „Dot“, einen ständig aktiven Agenten.
Die Gemini-App bringt schon kostenlos Deep Research, Gemini Live, Canvas und Gems mit. Laut Google verbindet sich Gemini mit mehr als 40 Apps wie Instacart, OpenTable, Adobe und Shopify, und per Umschalter wechselst du vom Chat in einen Aufgabenmodus, in dem Gemini weiterarbeitet, während du nicht am Rechner sitzt. Der Haken: Einige Funktionen wie Daily Brief gibt es laut Google nur in den USA, den Aufgabenmodus nur in ausgewählten Ländern.
Ein Comic, drei Chatbots: Wer welchen Job übernimmt
An einem Comic-Projekt siehst du gut, dass es den einen besten Chatbot nicht gibt. Die Arbeit zerfällt in Schreiben, Zeichnen und Setzen, und jeder der drei hat dabei eine andere Stärke.
Fürs Zeichnen mit fester Besetzung bringt Gemini Nano Banana 2.1 mit. Laut Google hält das Modell bis zu vier Figuren über Referenzbilder konsistent. ChatGPT Images 2.5 arbeitet laut OpenAI besser mit Referenzfotos, hält frühere Änderungen über mehrere Runden stabiler und nimmt mit Sketch deine eigene Skizze als Vorlage. Für Panels, deren Aufbau du vorgibst, ist das praktisch.
Für Skript, Panel-Liste und Sprechblasen ist ein starkes Textmodell mit großem Kontextfenster die bessere Wahl. Hier spielt Claude seine Stärke aus, weil eine ganze Staffel samt Figurenbibel in den Kontext passt und die Sprechblasen als Code entstehen können, wortgetreu und jederzeit änderbar. Teste die Aufteilung mit einer Seite, bevor du ein Abo für eine ganze Serie abschließt.
Was kostet der Spaß? Preise und Tarife
Alle drei haben kostenlose Einstiege, die Details ändern sich aber häufig. Für Claude nennt der Anbieter einen Gratis-Tarif, Pro für $17 im Monat bei jährlicher Zahlung ($200 im Voraus) oder $20 bei monatlicher Zahlung und Max ab $100 im Monat (Stand Oktober 2026). Für Gemini nennt Google auf der deutschen Google-One-Seite Google AI Plus für 4,99 € im Monat, in der US-Anzeige $4.99 für Plus, $19.99 für Pro sowie $99.99 und $199.99 für die beiden Ultra-Stufen (Stand Oktober 2026). Den deutschen Pro-Preis zeigt die Seite nicht direkt an. Für ChatGPT Plus nennt das OpenAI-Hilfe-Center $20 im Monat bei monatlicher Abrechnung, ein Jahresabo gibt es laut Hilfe-Center nicht (Stand Oktober 2026). Die Preise für Go und Pro lädt die ChatGPT-Preisseite erst per Skript, deshalb nennen wir dort lieber keine Zahl, statt zu raten.
Ob sich ein Abo lohnt, rechnest du am besten selbst nach, mit spitzem Bleistift: Der KI-Zeitersparnis-Rechner stellt gesparte Stunden gegen die Kosten, der Abo-Rechner zeigt, ab wann sich jährliche Zahlung lohnt.
Datenschutz, sobald das Team mitmacht
Für private Notizen reicht oft der Gratis-Tarif. Sobald Kunden- oder Personaldaten im Spiel sind, ist Schluss mit Spielwiese: Dann brauchst du einen Tarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag, und das Training mit deinen Daten sollte abgeschaltet sein. Die DSGVO-Checkliste auf mentat.codes fasst die Fragen zusammen.
Training abschalten: wo bei den drei Anbietern der Schalter sitzt
In ChatGPT Free, Plus und Pro kann OpenAI deine Inhalte zum Training nutzen. Abschalten kannst du das unter Einstellungen, Datenkontrollen mit „Improve the model for everyone“ oder im Privacy Portal. Temporäre Chats nutzt OpenAI nicht zum Training. Aber Vorsicht mit dem Daumen: Gibst du Daumen hoch oder runter, kann das ganze Gespräch trotz Opt-out ins Training fließen. Daten aus Business, Enterprise und der API nutzt OpenAI standardmäßig nicht.
Bei Claude Free, Pro und Max sitzt der Schalter für das Training unter Einstellungen, Privatsphäre. Erlaubst du es, speichert Anthropic die Daten laut Privacy Center de-identifiziert bis zu fünf Jahre, gelöschte Chats verschwinden innerhalb von 30 Tagen aus den Back-End-Systemen. Inkognito-Chats werden nie zum Training genutzt, in Team und Enterprise trainiert Anthropic laut Preisseite standardmäßig nicht.
Bei Gemini entscheidet die Einstellung Keep Activity, die ab 18 Jahren standardmäßig an ist. Ist sie an, können menschliche Prüfer einen Teil der Chats lesen, geprüfte Chats bewahrt Google bis zu drei Jahre auf. Ist sie aus oder nutzt du temporäre Chats, speichert Google die Chats noch 72 Stunden, nutzt sie aber nicht zum Training, solange du kein Feedback abgibst.
Alle drei Dienste sind in Deutschland offiziell zu haben: Gemini stellt im EWR und in der Schweiz Google Ireland Limited bereit, Claude führt Anthropic unter anderem für Deutschland und Österreich als unterstütztes Land, ChatGPT Go gibt es laut OpenAI in allen Ländern, in denen ChatGPT unterstützt wird. Prüf trotzdem einzelne Funktionen, weil manche zuerst oder nur in den USA starten.
Quellen und Stand 🔎
Alle Angaben zu Regeln, Preisen und Funktionen wurden am 1. November 2026 mit diesen Quellen abgeglichen. Zahlen zur Verzeichnisliste stammen aus der eigenen mentat.codes-Datenbank.
- OpenAI: ChatGPT-Versionshinweise (GPT-6, 7.10.2026)
- ChatGPT: Tarife und Kontextfenster
- OpenAI Hilfe: Was ist ChatGPT Plus?
- OpenAI Hilfe: Datennutzung fürs Training
- Claude: Preise und Tarifvergleich
- Anthropic Privacy Center: Speicherdauer
- Anthropic Privacy Center: Training
- Google: Gemini 4 Argon in der Gemini-App
- Google One: AI-Abos in Deutschland
- Gemini Hilfe: Datenschutz-Hub
- Google: Nano Banana 2.1 in der Gemini API
- OpenAI: Introducing ChatGPT Images 2.5
Häufige Fragen 🙋
Welcher Chatbot ist der beste?
Das hängt von deinen Aufgaben ab und ändert sich mit jeder Modellgeneration. Teste die Kandidaten mit denselben Aufgaben aus deinem Alltag, zum Beispiel mit dem KI-Test auf mentat.codes. Dann entscheidest du nach Ergebnis, nicht nach Bauchgefühl.
Was kostet Claude?
Laut Anbieter gibt es einen Gratis-Tarif, Pro kostet $17 im Monat bei jährlicher Zahlung bzw. $20 bei monatlicher Zahlung (Stand Oktober 2026).
Darf ich Firmendaten in einen Chatbot eingeben?
Nur mit passender Rechtsgrundlage und Vertrag, meist in Business-Tarifen mit Auftragsverarbeitungsvertrag. Im Zweifel ersetzt du Namen und Zahlen durch Platzhalter.
Brauche ich mehrere Chatbots?
Oft reicht einer für den Alltag. Ein zweiter lohnt sich, wenn du Antworten gegenprüfen willst oder eine Aufgabe hast, bei der ein anderes Modell im Test klar vorne lag. Wie ein zweiter Schraubenschlüssel: nicht immer nötig, aber manchmal Gold wert.
Was kostet ChatGPT Plus?
Laut OpenAI-Hilfe-Center $20 im Monat bei monatlicher Abrechnung, ein Jahresabo gibt es nicht (Stand Oktober 2026).
Was kostet Gemini in Deutschland?
Die deutsche Google-One-Seite nennt für Google AI Plus 4,99 € im Monat (Stand Oktober 2026). Für Pro und Ultra zeigt die Seite in Deutschland keinen Preis direkt an, in den USA sind es $19.99 und ab $99.99.
Welches Modell bekomme ich bei ChatGPT kostenlos?
Seit Oktober 2026 nutzen Free und Go laut OpenAI GPT-6 Luna. GPT-6 Sol gibt es ab Plus, die Pro-Stufe mit GPT-6 Astra in den Pro-Tarifen, Business und Enterprise.
Wie verhindere ich, dass meine Chats zum Training genutzt werden?
Bei ChatGPT schaltest du in den Datenkontrollen „Improve the model for everyone“ aus, bei Claude die Modellverbesserung unter Privatsphäre, bei Gemini Keep Activity. Alle drei bieten außerdem temporäre bzw. Inkognito-Chats, die nicht ins Training fließen.
Welcher Chatbot verarbeitet die längsten Dokumente?
Laut Anbieter haben Claude in allen Tarifen und Gemini ab Google AI Pro ein Kontextfenster von bis zu 1 Million Tokens. ChatGPT nennt bis zu 400.000 Tokens mit Reasoning-Modellen im Pro-Tarif.
Weiterlesen und loslegen
- KI-Test: ChatGPT, Claude und Gemini selbst vergleichen →
- Claude: Preis und Gratis-Tarif →
- ChatGPT: Tarife im Steckbrief →
- Google Gemini: Preis laut Anbieter →
- ChatGPT-Alternativen →
- Tutorial: ChatGPT richtig nutzen →
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