7 Minuten Lesezeit · geprüft am 3.11.2026
Gemini CLI eingestellt? So steigst du auf die Antigravity CLI um
Seit dem 18. Juni 2026 nimmt die Gemini CLI keine privaten Google-Konten mehr an. So installierst du die Antigravity CLI (agy) unter Windows, ziehst Einstellungen um und weißt, was kostenlos bleibt.
Ist die Gemini CLI wirklich eingestellt?
Nein, aber für private Konten ist Schluss: Seit dem 18. Juni 2026 bedient die Gemini CLI keine Anfragen mehr von privaten Google-Konten, egal ob kostenloser Zugang, Google AI Pro oder Google AI Ultra. Wer so angemeldet war, steigt auf die Antigravity CLI um, die Google als Nachfolger empfiehlt und die im Terminal mit dem Befehl agy startet.
Das Projekt selbst lebt weiter. Das Repository der Gemini CLI ist öffentlich, nicht archiviert und steht weiter unter der Apache-2.0-Lizenz. Nutzbar ist es aber nur noch mit API-Schlüssel oder mit einer Lizenz für Gemini Code Assist Standard oder Enterprise. Die Anmeldung per Google-Konto, also der bequeme Weg für Privatleute, funktioniert dort nicht mehr.
Angekündigt hat Google den Wechsel am 19. Mai 2026 im Developers Blog, am selben Tag wurde die Antigravity CLI für alle freigegeben. Vier Wochen Übergangsfrist sind nicht viel. Wenn deine Gemini CLI seit Sommer nur noch Anmeldefehler ausspuckt, liegt es also nicht an deiner Installation, sondern am Kalender.
Betrifft dich der Wechsel?
Betroffen bist du, wenn du dich mit einem privaten Google-Konto angemeldet hast. Das gilt für den kostenlosen Zugang (bei Google „Code Assist für Einzelpersonen“) genauso wie für die Abos Google AI Pro und Google AI Ultra. Auch die Code-Assist-Erweiterungen für VS Code und JetBrains nehmen private Konten seit dem Stichtag nicht mehr an. Für dich heißt das: agy installieren oder zu einem anderen Agenten wechseln.
Nicht betroffen bist du mit einem Gemini-API-Schlüssel oder mit einer Firmenlizenz für Gemini Code Assist Standard oder Enterprise. Dann läuft deine Gemini CLI weiter wie bisher, und die Antigravity CLI ist nur eine Option.
Eine Grauzone bleibt: der kostenlose API-Schlüssel aus Google AI Studio. Googles Blogbeitrag spricht ausdrücklich von bezahlten Schlüsseln, ob die Gratis-Variante weiter funktioniert, ist nicht offiziell bestätigt. Probier es aus, aber plan den Umzug trotzdem ein. Auf eine Brücke, deren Statik niemand unterschreibt, stellst du ja auch keinen Umzugswagen.
So installierst du die Antigravity CLI unter Windows, macOS und Linux
Unter Windows brauchst du weder Administratorrechte noch WSL. Öffne die PowerShell und tipp irm https://antigravity.google/cli/install.ps1 | iex ein. Danach ein neues Terminalfenster öffnen, sonst kennt die Shell den neuen Pfad noch nicht, und mit agy --version prüfen, ob alles sitzt. Das Programm landet in deinem Benutzerordner unter AppData\Local\agy\bin.
Arbeitest du lieber in der klassischen Eingabeaufforderung, nimm curl -fsSL https://antigravity.google/cli/install.cmd -o install.cmd && install.cmd && del install.cmd. Ein offizielles winget-Paket für agy gibt es bisher nicht. Meldet die Shell, dass irm unbekannt ist, sitzt du übrigens in CMD und nicht in der PowerShell.
Unter macOS und Linux reicht curl -fsSL https://antigravity.google/cli/install.sh | bash. Das Programm liegt dann unter ~/.local/bin/agy. Findet die Shell es nicht, fehlt dieser Ordner im PATH, dann trägst du export PATH="$HOME/.local/bin:$PATH" in deine .zshrc oder .bashrc ein.
Zum Anmelden startest du agy im Projektordner. Der Browser öffnet sich, du meldest dich mit deinem Google-Konto an, für Firmenkonten wählst du „Business account“. Unter Windows merkt sich die CLI die Sitzung in der Anmeldeinformationsverwaltung, beim nächsten Start geht es ohne Browser. Anders als die Gemini CLI braucht agy kein Node.js, Google hat es in Go geschrieben und liefert es als einzelnes Programm aus.
So nimmst du deine Gemini-Einstellungen mit
Beim ersten Start erkennt agy einen vorhandenen Ordner .gemini und bietet an, die alte Konfiguration zu übernehmen. Du kannst den Import auch jederzeit selbst anstoßen, mit agy plugin import gemini. Dabei werden aus Gemini-Erweiterungen Antigravity-Plugins, inklusive Skills, eigener Befehle und MCP-Server.
Deine Projektregeln musst du nicht anfassen. Antigravity liest GEMINI.md und AGENTS.md weiter, im Projekt und global unter ~/.gemini. Von Hand umziehen musst du nur die Skills im Projekt: Die wandern von .gemini/skills nach .agents/skills. In der PowerShell geht das mit New-Item -ItemType Directory -Force .agents und danach Move-Item .gemini\skills .agents\skills.
MCP-Server stehen künftig in eigenen Dateien: global in ~/.gemini/config/mcp_config.json, im Projekt in .agents/mcp_config.json. Bei entfernten Servern heißt der Schlüssel für die Adresse jetzt serverUrl statt url oder httpUrl. Wer das übersieht, wundert sich, warum der Server nicht antwortet. Das ist wie ein Steckschlüssel, der fast passt: Er rutscht genau dann ab, wenn du ihn brauchst.
Laut Google war zum Start nicht jede Funktion der Gemini CLI eins zu eins vorhanden, eigene Farbschemata und experimentelle Anzeige-Extras etwa werden teils nicht unterstützt. Skills, Hooks, Subagenten und Erweiterungen gibt es aber weiterhin.
Was kostet die Antigravity CLI?
Der Plan für Einzelpersonen kostet 0 $ im Monat. Er hat laut Google grundlegende wöchentliche Limits, Tab-Vervollständigung und Befehlsanfragen sind unbegrenzt. Wie viele Agenten-Anfragen in der Woche drinstecken, nennt Google nicht. Deinen aktuellen Stand zeigt dir der Befehl /usage direkt in agy.
Der Haken: Das Kontingent setzt sich nur einmal pro Woche zurück, und Google kann die Grenzen nach verfügbarer Kapazität anpassen. Wer am Montag kräftig loslegt, steht am Mittwoch womöglich mit leerem Tank da. Zum Ausprobieren reicht der Gratis-Plan locker, für planbare Arbeit im Team eher nicht.
Mehr Kontingent gibt es mit Google AI Pro und Google AI Ultra. Den verbindlichen Euro-Preis dafür zeigt Google auf der Google-One-Seite und im Checkout, auf der Antigravity-Preisseite stehen keine Euro-Preise. Für Firmen gibt es Business-Pläne über Google Cloud ab 30 $ pro Nutzer und Monat, das sind ca. 31,93 € inkl. 19 % MwSt. (EZB-Kurs 1,1179 vom 3.11.2026), alternativ nutzungsabhängig ohne Grundgebühr.
Open Source und Datenschutz: zwei Punkte, die du kennen solltest
Wer die Gemini CLI wegen des offenen Quellcodes gewählt hat, verliert beim Umstieg genau das. Die Antigravity CLI ist nicht Open Source. Das öffentliche GitHub-Repository google-antigravity/antigravity-cli enthält Dokumentation, Beispiele und den Issue-Tracker, aber keinen Quellcode und keine Open-Source-Lizenz.
Außerdem erfasst Google laut README des Repositorys standardmäßig Interaktionsdaten. Abschalten lässt sich das in den Einstellungen. Arbeitest du mit Kundencode, schau dir diesen Schalter an, bevor du agy das erste Mal auf ein echtes Projekt loslässt. Was du bei KI-Tools im Unternehmen generell prüfen solltest, steht im Ratgeber KI-Tools und Datenschutz: die DSGVO-Checkliste für den Einsatz im Unternehmen.
Für Skripte und CI-Pipelines ohne Browser nutzt agy einen Gemini-API-Schlüssel. Dazu trägst du "modelProvider": "gemini" in die Datei ~/.gemini/antigravity-cli/settings.json ein und setzt in der PowerShell die Variable GEMINI_API_KEY. Im Google-Cloud-Umfeld geht es auch über gcloud auth application-default login zusammen mit der Variable AGY_ADC_AUTH=true.
Lieber weg von Google? Das sind deine Alternativen
Bezahlst du ohnehin schon für Google AI Pro, ist agy der naheliegende Weg, weil dein Abo dort höhere Limits mitbringt. Willst du nach dem erzwungenen Umzug lieber gleich ganz woanders hin, gibt es im Terminal drei ernsthafte Kandidaten.
Claude Code arbeitet ähnlich wie die Gemini CLI, setzt aber mindestens Claude Pro für 20 $ im Monat voraus, bei Jahreszahlung 17 $ im Monat. Die Codex CLI von OpenAI ist Open Source und ab ChatGPT Plus enthalten. Und Aider mit einem lokalen Modell kostet gar nichts außer Hardware und Strom, mehr dazu im Ratgeber Aider mit Ollama: lokal programmieren, ohne dass Code das Haus verlässt.
Deine GEMINI.md musst du bei keinem Wechsel wegwerfen. Viele Agenten lesen AGENTS.md, Claude Code zum Beispiel seit Version 2.1.277, wenn im Projekt keine CLAUDE.md liegt. Benenn die Datei um oder leg eine AGENTS.md daneben, und deine Projektregeln ziehen mit um.
Quellen und Stand 🔎
Alle Angaben zu Regeln, Preisen und Funktionen wurden am 3. November 2026 mit diesen Quellen abgeglichen. Zahlen zur Verzeichnisliste stammen aus der eigenen mentat.codes-Datenbank.
- Google Developers Blog: Transitioning Gemini CLI to Antigravity CLI
- Ankündigung im Gemini-CLI-Repository (Discussion 28017)
- Gemini Code Assist: Hinweis zu Konten für Einzelpersonen
- Antigravity: Umzug von Gemini CLI
- Antigravity: Installation und erster Start
- Antigravity: Pläne und Preise
- Google One: Google-AI-Pläne
- GitHub: google-antigravity/antigravity-cli
Häufige Fragen 🙋
Wird die Gemini CLI eingestellt?
Nicht komplett. Seit dem 18. Juni 2026 nimmt sie keine privaten Google-Konten mehr an, also weder den kostenlosen Zugang noch Google AI Pro oder Ultra. Mit API-Schlüssel oder einer Lizenz für Gemini Code Assist Standard oder Enterprise läuft sie weiter.
Ist die Antigravity CLI kostenlos?
Ja, mit Grenzen. Der Plan für Einzelpersonen kostet 0 $ und hat wöchentliche Limits, deren genaue Höhe Google nicht nennt. Tab-Vervollständigung und Befehlsanfragen sind unbegrenzt.
Wie installiere ich die Antigravity CLI unter Windows?
PowerShell öffnen, irm https://antigravity.google/cli/install.ps1 | iex ausführen, ein neues Fenster öffnen und mit agy --version prüfen. Administratorrechte und WSL brauchst du nicht.
Funktioniert meine GEMINI.md in der Antigravity CLI weiter?
Ja, ohne Änderung. Antigravity liest GEMINI.md und AGENTS.md im Projekt und global. Nur Projekt-Skills müssen von .gemini/skills nach .agents/skills umziehen.
Ist die Antigravity CLI Open Source?
Nein. Es gibt ein öffentliches GitHub-Repository für Doku und Issues, aber keinen Quellcode und keine Open-Source-Lizenz. Die Gemini CLI dagegen steht unter Apache 2.0.
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