8 Minuten Lesezeit · geprüft am 3.11.2026
Claude Code oder Codex: welcher Coding-Agent passt zu dir?
Claude Code und Codex CLI im direkten Vergleich: Befehle, Freigaben, Sandbox unter Windows, Preise und Limits mit Stand November 2026. Plus eine Entscheidungshilfe für deine Lage.
Claude Code oder Codex: die kurze Antwort
Arbeitest du unter Windows ohne WSL und willst, dass Befehle abgeschottet laufen, ist Codex CLI die bessere Wahl. Brauchst du dagegen genaue Freigaben pro Befehl, Hooks und Regeln fürs ganze Team, nimm Claude Code, im Einstiegsabo kosten beide 20 $ im Monat.
Im Kern machen beide dasselbe: Sie sitzen im Terminal, lesen deinen Code, führen Befehle aus und ändern Dateien. Die Unterschiede stecken im Detail, nämlich bei Konfiguration, Sandbox unter Windows, beim Laden der Projektanweisungen und bei den Abos.
Alles hier stammt aus den offiziellen Dokumentationen von Anthropic und OpenAI mit Stand 3. November 2026. Eigene Benchmarks habe ich nicht gefahren, wer dir sagt, welcher Agent „besser programmiert“, misst meist nur seinen Lieblingsfall.
Unter Windows: wer schützt dich besser?
Beide installierst du nativ in PowerShell, ohne Adminrechte. Claude Code holst du mit irm https://claude.ai/install.ps1 | iex, dann aktualisiert es sich selbst. Alternativ gibt es winget install Anthropic.ClaudeCode, dieses Paket aktualisiert sich aber nicht automatisch. Codex installierst du mit irm https://chatgpt.com/codex/install.ps1 | iex oder, falls Node.js da ist, mit npm install -g @openai/codex.
Der wichtigste Unterschied unter Windows ist die Sandbox. Codex bringt eine eigene Windows-Sandbox mit, die Befehle in PowerShell abschottet. Claude Code hat nativ unter Windows keine Sandbox, die gibt es nur unter WSL2, macOS und Linux. Unter nativem Windows schützen dich bei Claude Code also nur die Freigaberegeln, sozusagen Bremse ohne Leitplanke.
Claude Code läuft nativ ab Windows 10 Version 1809. Für Bash-Befehle empfiehlt Anthropic zusätzlich Git für Windows, fehlt es, nutzt Claude Code PowerShell. Die Einrichtung im Detail findest du im Ratgeber Codex CLI auf Deutsch, für Claude Code im Ratgeber Claude Code installieren.
Welcher Befehl in Claude Code entspricht welchem in Codex?
Anmelden: Bei Claude Code startest du einfach claude und loggst dich im Browser ein. Bei Codex tippst du codex login, ohne Browser geht es mit codex login --device-auth.
Konfiguration: Claude Code speichert deine Nutzereinstellungen als JSON in der Datei settings.json im Ordner .claude in deinem Benutzerverzeichnis. Codex nimmt TOML, die Datei heißt config.toml und liegt im Ordner .codex. Pro Projekt hat Claude Code .claude/settings.json für das Team und .claude/settings.local.json für dich privat. Codex liest eine Projektdatei .codex/config.toml, allerdings nur in Projekten, die du als vertrauenswürdig markiert hast.
Projektanweisungen: Claude Code liest CLAUDE.md und seit Version 2.1.277 auch AGENTS.md, solange keine CLAUDE.md da ist. Codex liest AGENTS.md, und liegt im selben Ordner eine AGENTS.override.md, hat die Vorrang. Globale Anweisungen liegen bei Claude Code in der CLAUDE.md im Ordner .claude, bei Codex in der AGENTS.md im Ordner .codex. In beiden Tools legt /init die passende Datei für dich an.
Ohne Dialog in Skripten oder CI rufst du claude -p mit deinem Auftrag in Anführungszeichen auf, bei Codex codex exec. Die letzte Sitzung holst du mit claude --continue bzw. codex resume --last zurück. Eine Einstellung nur für einen Lauf übergibst du bei Claude Code mit --settings, bei Codex mit -c schluessel=wert oder einem Profil über --profile.
Freigaben, Sandbox, Modelle und MCP im Vergleich
Bei den Freigaben ist Claude Code feiner einstellbar. Der Freigabemodus kennt default, acceptEdits, plan, auto, dontAsk und bypassPermissions, gesetzt über --permission-mode. Dazu kommen Regeln pro Befehl in permissions.allow, ask und deny, zum Beispiel eine Erlaubnis für Bash(npm run test *). Codex kennt als Freigaberegel nur on-request und never, gesetzt mit -a oder approval_policy, in der Sitzung mit /permissions. Eine Erlaubnisliste pro Befehl in dieser Form hat Codex nicht.
Bei der Sandbox ist es umgekehrt. Codex hat drei Modi, read-only, workspace-write und danger-full-access, gesetzt mit -s oder sandbox_mode. Claude Code schaltest du die Sandbox mit /sandbox oder in den Einstellungen zu, aber eben nur unter WSL2, macOS und Linux. Den Notausschalter für alle Prüfungen haben beide: --dangerously-skip-permissions bei Claude Code, --yolo bei Codex. Beide gehören nicht auf einen Rechner mit echten Zugangsdaten.
Erst planen, dann bauen: In Claude Code drückst du Shift+Tab, bis der Plan-Modus erscheint, in Codex tippst du /plan. Das Modell wechselst du in beiden mit /model, beim Start mit --model bzw. -m. Bei Codex stellst du die Denktiefe zusätzlich über model_reasoning_effort ein.
MCP-Server fügst du mit claude mcp add hinzu, fürs Projekt gibt es die Datei .mcp.json. Bei Codex heißt es codex mcp add mit Name und Startbefehl, in der config.toml landet das unter einem Abschnitt mcp_servers. Deinen Verbrauch siehst du in Claude Code mit /usage, in Codex zeigt /usage das Kontingent und /status Konfiguration und Token-Verbrauch.
Was kosten Claude Code und Codex? Stand 3. November 2026
Beide Anbieter veröffentlichen Listenpreise nur in US-Dollar. Für Kunden in Deutschland rechnet der Checkout in Euro ab, Privatkunden zahlen 19 % MwSt. dazu, eine offizielle Euro-Preisliste gibt es bei keinem. Die Euro-Werte hier sind Umrechnungen mit dem EZB-Kurs 1,1179 vom 3.11.2026, verbindlich ist immer der Betrag im Checkout.
Kostenlos geht bei Claude Code nichts, erst Claude Pro schließt es ein. Pro kostet 20 $ im Monat, ca. 21,29 € inkl. 19 % MwSt., bei Jahreszahlung 17 $ im Monat. Max kostet 100 $, ca. 106,45 € inkl. 19 % MwSt., mit fünfmal so viel Nutzung wie Pro. Ultra kostet 200 $, ca. 212,90 € inkl. 19 % MwSt., mit zehnmal so viel Wochennutzung wie Pro und ohne Fünf-Stunden-Limit für verifizierte Konten. Im Team-Plan kostet der Standard-Platz 25 $ monatlich oder 20 $ bei Jahreszahlung, der Premium-Platz 125 $ bzw. 100 $.
Bei OpenAI gibt es in Free und Go, das 8 $ kostet, also ca. 8,52 € inkl. 19 % MwSt., je nach Rollout nur die Codex-Desktop-App, keine CLI. Die CLI beginnt bei Plus für 20 $, ca. 21,29 € inkl. 19 % MwSt. Pro gibt es ab 100 $ in den Stufen 100, 200 und 500 $, Business kostet 25 $ pro Nutzer monatlich oder 20 $ bei Jahreszahlung. Bei beiden kannst du statt Abo auch einen API-Schlüssel nutzen und nach Verbrauch zahlen.
Bei den Limits misst Claude in einem rollierenden Fünf-Stunden-Fenster plus einem Wochenfenster, Ultra hat nur das Wochenlimit. In Team und Enterprise teilen sich Claude Code, Chat und Cowork ein Kontingent pro Platz. OpenAI nennt für Plus je Modell nur eine Spanne an Nachrichten pro fünf Stunden, dazu mögliche Wochenlimits, Pro hat derzeit kein Fünf-Stunden-Limit. Codex teilt sein Kontingent mit ChatGPT Work, dem Agentenmodus in ChatGPT. Normale Chats nennt OpenAI dabei nicht.
So nutzt du beide Agenten im selben Repo
Arbeitest du mit beiden Agenten, schreib die gemeinsamen Regeln genau einmal in eine AGENTS.md. Codex liest sie direkt, Claude Code ab Version 2.1.277 auch, aber nur, solange es weder eine CLAUDE.md noch eine CLAUDE.local.md gibt.
Brauchst du Regeln nur für Claude, leg eine CLAUDE.md an, deren erste Zeile @AGENTS.md lautet. Darunter kommen die Claude-Sonderregeln, etwa dass vor dem Abschluss npm test laufen muss. So pflegst du nichts doppelt, und beide Agenten arbeiten nach derselben Hausordnung.
Zwei Fallen solltest du kennen. Claude Code ignoriert AGENTS.override.md komplett. Und Codex hört nach insgesamt 32 KiB Anweisungen auf, weitere Dateien zu laden. Das ganze Setup Schritt für Schritt steht im Ratgeber AGENTS.md und CLAUDE.md.
Welcher Agent passt zu deiner Lage?
Du arbeitest unter Windows ohne WSL und willst, dass Befehle abgeschottet laufen: Nimm Codex, wegen der nativen Windows-Sandbox. Du hast schon ChatGPT Plus oder höher: Auch dann liegt Codex nahe, es steckt bereits in deinem Abo, nur das Kontingent teilst du mit ChatGPT Work.
Du führst ein Team, in dem genau feststehen soll, welche Befehle erlaubt sind: Nimm Claude Code. Die Regeln mit allow, ask und deny pro Befehl und Pfad lassen sich zentral verwalten. Du hast schon ein Claude-Abo: Dann ist Claude Code ohnehin dabei, und du musst nichts zusätzlich bezahlen.
Du willst erst testen, ohne Geld auszugeben: Das geht nur eingeschränkt, nämlich mit der Codex-Desktop-App im ChatGPT-Free-Plan, je nach Rollout. Für die CLI brauchst du bei beiden ein Abo ab 20 $. Und wenn du dich nicht entscheiden kannst: Beide parallel im selben Repo mit einer gemeinsamen AGENTS.md ist kein Widerspruch, sondern ziemlich praktisch. Willst du gar nicht im Terminal sitzen, sondern Apps per Chat zusammenbauen, schau in den Ratgeber Vibe Coding: Apps bauen mit Lovable, Bolt und v0.
Quellen und Stand 🔎
Alle Angaben zu Regeln, Preisen und Funktionen wurden am 3. November 2026 mit diesen Quellen abgeglichen. Zahlen zur Verzeichnisliste stammen aus der eigenen mentat.codes-Datenbank.
Häufige Fragen 🙋
Kann ich Codex kostenlos nutzen?
Nur eingeschränkt. Im ChatGPT-Free-Plan gibt es laut OpenAI je nach Rollout die Codex-Desktop-App, die Codex CLI aber erst ab ChatGPT Plus für 20 $ im Monat. Claude Code gibt es erst ab Claude Pro, ebenfalls 20 $.
Läuft Claude Code unter Windows ohne WSL?
Ja, nativ ab Windows 10 Version 1809. Die Befehls-Sandbox fehlt dort aber, die gibt es nur unter WSL2, macOS und Linux. Codex bringt dagegen eine eigene Windows-Sandbox mit.
Liest Claude Code die AGENTS.md von Codex?
Ja, ab Version 2.1.277, standardmäßig aber nur, wenn keine CLAUDE.md oder CLAUDE.local.md im Arbeitsordner oder darüber liegt. Über eine Einstellung lädt Claude Code auf Wunsch beide.
Teilen sich ChatGPT und Codex das Limit?
Teilweise. Laut OpenAI teilt Codex sein Kontingent mit ChatGPT Work, dem Agentenmodus in ChatGPT. Dass normale ChatGPT-Chats das Codex-Limit verbrauchen, steht dort nicht.
Was kosten Claude Code und Codex in Euro?
Beide nennen offiziell nur US-Dollar. Das Einstiegsabo kostet jeweils 20 $, umgerechnet ca. 21,29 € inkl. 19 % MwSt. (EZB-Kurs 1,1179 vom 3.11.2026). Den verbindlichen Betrag zeigt der Checkout.
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