Regeln · Meldung vom 27. Juli 2026 · 5 Minuten · geprüft am 28. Oktober 2026
AI Act: Bis 2. Dezember müssen KI-Inhalte maschinenlesbar markiert sein
Generative KI-Systeme, die schon vor August 2026 auf dem Markt waren, müssen ihre Inhalte bis 2. Dezember 2026 maschinenlesbar kennzeichnen. Am selben Tag greift ein neues Verbot. Wen das betrifft und was Anwender tun müssen.
Das Wichtigste in 30 Sekunden 3
- Seit 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act. Anbieter generativer Systeme, die schon vorher auf dem Markt waren, haben laut Digital Omnibus bis 2. Dezember 2026 Zeit, KI-Inhalte maschinenlesbar zu kennzeichnen.
- Am 2. Dezember 2026 greift außerdem ein neues Verbot: KI-Praktiken zur Erzeugung nicht einvernehmlicher sexueller Inhalte und von Missbrauchsdarstellungen von Kindern.
- Für Anwender ändert sich wenig: Deepfakes musst du offenlegen, KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse nur, wenn sie niemand redaktionell geprüft und verantwortet hat.
Was passiert am 2. Dezember?
Der EU AI Act gilt seit 2. August 2026 weitgehend, darunter die Transparenzpflichten aus Artikel 50. Ein Teil davon richtet sich an Anbieter von KI-Systemen, die Text, Bilder, Audio oder Video erzeugen: Sie müssen ihre Ergebnisse maschinenlesbar als künstlich erzeugt markieren, etwa mit Wasserzeichen oder Metadaten.
Mit dem Digital Omnibus, der Verordnung (EU) 2026/1744, hat die EU dafür eine kurze Übergangsfrist eingeführt. Laut Rat der EU wurde die ursprünglich vorgeschlagene Frist von sechs auf drei Monate verkürzt, neuer Stichtag ist der 2. Dezember 2026. Sie gilt für Systeme, die schon vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren.
Am selben Tag tritt ein neues Verbot in Kraft, das der Omnibus in den AI Act eingefügt hat: KI-Praktiken zur Erzeugung nicht einvernehmlicher sexueller oder intimer Inhalte und von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs. Gemeint sind etwa sogenannte Nudify-Apps.
Was heißt das für dich als Anwender?
Die maschinenlesbare Kennzeichnung ist Sache der Anbieter, also von OpenAI, Google, Midjourney und Co. Als Anwender, im AI Act Betreiber genannt, hast du eigene, schmalere Pflichten: Deepfakes, also realistisch wirkende künstlich erzeugte oder veränderte Bilder, Videos oder Tonaufnahmen von Personen, Orten oder Ereignissen, musst du offenlegen. Bei erkennbar künstlerischen oder satirischen Werken reicht eine angemessene Form.
KI-Texte musst du kennzeichnen, wenn sie veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, und niemand sie redaktionell geprüft und verantwortet hat. Ein Produkttext oder ein Werbepost fällt in der Regel nicht darunter, ein automatisch erzeugter Nachrichtenartikel ohne Redaktion schon.
Ein praktischer Hinweis: Entferne Wasserzeichen und Herkunftsdaten nicht absichtlich aus KI-Bildern. Sie sind genau die Kennzeichnung, die der AI Act von den Anbietern verlangt, und helfen dir, im Zweifel nachzuweisen, woher ein Bild stammt.
Und die Hochrisiko-Pflichten?
Die strengen Pflichten für Hochrisiko-KI, etwa bei der Bewerberauswahl oder Kreditprüfung, gelten nach dem Digital Omnibus erst ab 2. Dezember 2027 für die Bereiche aus Anhang III und ab 2. August 2028 für KI in Produkten nach Anhang I. Die Pflicht zu Maßnahmen für KI-Kompetenz gilt dagegen schon seit Februar 2025.
Was du jetzt tun solltest ✅
- Prüfen, ob du realistisch wirkende KI-Bilder, Videos oder Stimmen von echten Personen veröffentlichst, und eine Kennzeichnung festlegen.
- Bei automatisch veröffentlichten Texten ohne Redaktion eine KI-Kennzeichnung einbauen oder eine redaktionelle Prüfung einführen.
- Herkunftsdaten wie C2PA in KI-Bildern nicht absichtlich entfernen.
Passend dazu auf mentat.codes 🔗
- Was ist der Digital Omnibus?Die Verordnung, die die Fristen verschoben hat.
- Was ist C2PA?Ein Standard für Herkunftsdaten in Medien.
- Was ist ein Deepfake?Der Begriff kurz erklärt.
- Was ist SynthID?Googles Wasserzeichen für KI-Inhalte.
- DSGVO-Checkliste und AI ActDer komplette Fahrplan für Anwender.
- Was ist ein Hochrisiko-KI-System?Pflichten ab Dezember 2027.
- KI-Erkennung und SicherheitTools rund um Kennzeichnung und Erkennung.
Quellen und Stand 🔎
Alle Angaben in dieser Meldung wurden mit diesen offiziellen Quellen abgeglichen, zuletzt am 28.10.2026.
Häufige Fragen 🙋
Muss ich KI-Texte kennzeichnen?
Nur, wenn sie zur Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse veröffentlicht werden und niemand sie redaktionell geprüft und verantwortet hat. Deepfakes musst du dagegen immer offenlegen.
Was ändert sich am 2. Dezember 2026?
Anbieter generativer KI-Systeme, die schon vor August 2026 auf dem Markt waren, müssen ihre Inhalte maschinenlesbar kennzeichnen. Außerdem greift das neue Verbot von KI-Praktiken für nicht einvernehmliche sexuelle Inhalte und Missbrauchsdarstellungen.
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